Babyblues oder Wochenbett-Depression?

Jede zweite Wöchnerin durchlebt innerhalb der ersten Tage nach der Geburt einen Stimmungswechsel. Schlagartig werden die Glücksgefühle von Niedergeschlagenheit, Unsicherheit und Angst abgelöst.

Auslöser für das seelische Tief ist ein abrupter Hormonabfall direkt nach der Geburt: Die Schwangerschaftshormone Östrogen und HCG nehmen jetzt stark ab, die Stillhormone wie Prolaktin und Oxytocin werden hingegen vermehrt ausgeschüttet. Das ist sehr anstrengend für Körper und Seele! Meist trifft dieser Stimmungswechsel die Frauen völlig unvorbereitet. Frühzeitige Aufklärung über die verschiedenen Ausprägungen eines solchen Stimmungstiefs ist daher wichtig.

Wenn Sie nach der Geburt erschöpft sind und leicht weinen, so muss das noch lange keine Wochenbett-Depression sein. Meist handelt es sich um den sogenannten Babyblues, der wenige Tage nach der Entbindung eintritt und mit den beschriebenen Hormonveränderungen zusammenhängt. Vorbeugend können Maßnahmen geplant werden, die den Stress nach der Entbindung reduzieren und die Mutter entlasten. Bei bereits bekannter Depressionsneigung sollten wir schon vor der Geburt über eine mögliche Depression sprechen. So fällt es später leichter, sich offen anzuvertrauen, wenn sie tatsächlich eintreten sollte.

Wichtig zu wissen:

Heultage, auch Babyblues genannt, sind keine Wochenbett-Depression. So schnell sie kommen, so schnell gehen sie meist auch wieder.