Vitamin D

Vitamin D – Ja oder Nein?

Vitamin D wird vom Kind zur Kalziumeinlagerung und damit zur Verfestigung der Knochen benötigt. Je mehr Kalzium der Körper mithilfe von Vitamin D aufnehmen kann, umso mehr kann er als stille Reserve in das Knochengerüst einlagern. Weil Kinder in jungen Jahren besonders stark wachsen, ist die Versorgung mit Vitamin D wichtig, da sonst die Knochenkrankheit Rachitis droht.

Typische Symptome sind Erweichung der Schädelknochen, weiche Fontanellen mit weichen Rändern und Knochenverkrümmungen. Dazu kommen Allgemeinsymptome wie rasche Ermüdbarkeit, Infektanfälligkeit, Unruhe und Kopfschweiß.

Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin, das mit der Nahrung aus dem Darm resorbiert oder aus einer Vorstufe (Provitamin) durch UV-Strahlung auf die Haut gebildet wird. Schon Anfang des 19. Jahrhunderts entdeckten Forscher die Heilkraft der Sonne bei Rachitis. Die Sonne hat aber inzwischen an Ansehen verloren und gilt heute als brenzlige Gesundheitsgehfahr, die krebserregende Strahlen aussendet.

Bisher galt die Empfehlung von Fachverbänden, ein Aufenthalt im Freien bei Sonnenlicht von mindestens 30 Minuten zur Mittagszeit sei ausreichend, um 80% des täglichen Bedarfs an Vitamin D vom Körper selber zu bilden.

Soweit die Theorie. Aber mal ehrlich, wer schafft es in der Praxis, regelmäßig mittags rauszugehen? Und wie viele Sonnentage haben wir im Winter? Außerdem benutzen wir Sonnencremes, um die Haut vor ihrer schädlichen Wirkung zu schützen. Dadurch wird aber gleichzeitig die körpereigene Vitamin D-Bildung beeinträchtigt. Ein Sonnenschutzfaktor von 8 reduziert die Vitamin D-Bildung um 95%!!

Klar, die Vorstellung, einem gesunden Säugling täglich eine Tablette zu geben, erzeugt bei vielen Eltern Unbehagen. In der Muttermilch ist aber leider nur wenig Vitamin D enthalten. Deshalb wird die Gabe von Vitamin D empfohlen. Früher gab man den Kindern übrigens Lebertran, da dieses Fischleberöl einen sehr hohen, natürlichen Vitamin D-Gehalt hat.

Die heute gängige Empfehlung der Dosierung  von Vitamin D zur Rachitisprophylaxe liegt bei einer ganzjährigen Substitution von einer Vitamin D-Tablette täglich. Da der Vitamin D-Mangel in den ersten Wochen kaum eine Rolle spielt, empfehlen einige Kinderärzte mit der Prophylaxe erst in der 4. Lebenswoche zu beginnen, damit sich vorher die Verdauung des Babies einspielen kann.

Mein Tipp: Sollten sich durch die Tabletteneinnahme Blähungen verstärken, kann auch Vigantol-Öl gegeben werden. Um eine Überdosierung zu vermeiden, geben Sie einen Tropfen Öl auf einen Löffel und lassen ihn von ihrem Kind ablecken – nie direkt in den Mund geben!